weihnachtsmann

 

Schaufensterdekorationen, Zeitschriften und Internetshops locken mit bunten Nikoläusen und mehr oder weniger witzigen Adventskalendern. Und zwar in jeder Größe sowie in den unterschiedlichsten Materialien. Schlendert man durch Gänge von Discountern oder Kaufhäusern begegnet man Glitzergirlanden, künstlichen Tannenwedeln und pausbäckigen Engeln. Willkommen in der „besinnlichen“ Zeit.

 Plötzlich herrscht an fast jeder Ecke wieder Weihnachtsstimmung. Und wir alle können uns dagegen kaum wehren. Vom Ursprung des Hl. Abends wollen die meisten Menschen nichts mehr wissen. Hauptsache das Kaufen und Schenken läuft wie gewohnt ab. Andernfalls wären das doch wohl sehr triste Tage. Stimmt`s?

 Stellen Sie sich einfach mal vor, die Adventszeit und das Weihnachtsfest müssten ausfallen, weil der Weihnachtsmann vor lauter Kummer wegen des Konsumrummels seinen Dienst verweigert. Theoretisch könnte der Gute doch wegen Überarbeitung oder gar wegen einer Sinnkrise depressiv werden. Und dann? Die Enttäuschung, dass das ganze grüne Fest wegen einer Erkrankung des Hauptakteurs ausfällt, brächte bestimmt so manchen unter uns in ein ernstes Grübeln. Was lässt sich daraus ableiten?

Psychische Krisen können jeden unter uns treffen. Auch den Weihnachtsmann. Auch Sie!

 

Und genau darauf will ich hinaus: Vermutlich würden wir uns alle erst angesichts eines solchen „Schlages“ schuldbewusst fragen:

• Wie konnte es nur soweit kommen? Schließlich hat er sich nie beklagt.

• Weshalb hat niemand gemerkt, dass sich der Weihnachtsmann gesundheitlich betrachtet missverstanden oder krank fühlt? Er war doch immer so gewirkt als würde ihm seine Arbeit Freude bereiten.

• Haben wir vor lauter Egoismus und alltäglicher Betriebsamkeit seine Erschöpfungszustände, Ängste und Sorgen ignoriert?

• Letztendlich: Welche Art von Hilfe kennen wir – und welche Hilfe können wir ihm zum Gesund werden bieten?

Sie merken längst, dass sich diesen Krisen-Szenario noch um viele weitere besorgte Fragen erweitern. Das wäre sehr müßig. Anhand des Beispiels „Depressiver Weihnachtsmann“ versuche ich Sie dafür zu sensibilisieren, der oder die nächste psychisch Kranke Sie selbst, ein Familienmitglied, einer Ihrer Arbeitskollegen, Kinder, Partner, Freunde, Nachbarn oder Enkel sein könnten.

Wie schätzen Sie sich ein?

 

Würden Sie erkennen, wenn ein Menschen in Ihrem Umfeld unter seelischen Qualen leidet? Wüssten Sie, wie Sie als (Mit-)Betroffener in diesem Fall reagieren sollten? Wer weiß, vielleicht sind Sie in diesem Moment sogar selbst psychisch erkrankt – und es fehlt Ihnen an Vertrauen und Mut darüber zu sprechen.

Zögern Sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen. Oder informieren Sie sich telefonisch, vielleicht auch bei einem Treffen der Selbsthilfegruppe „Dieser Weg zurück ins Leben“. Schauen Sie sich einfach in aller Ruhe auf dieser Internetseite um. Hier finden Sie Erstinformationen, eine Telefonnummer sowie die möglichen Anrufzeiten.

Ihnen und allen Ihren Lieben eine schöne Weihnachtszeit.

 

Gerhard

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